Qualität entsteht im Miteinander –
neue Handreichung zu förderlichen Lernumgebungen

Kinder lernen an vielen Orten – in Schule, Hort, Verein oder Bibliothek. Förderliche Lernumgebungen entstehen dort, wo diese Lernorte zusammenwirken und unterschiedliche Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die neue Handreichung der REAB Mitteldeutschland zeigt, wie Kommunen diesen Prozess gestalten können. Ergänzend bietet die Dokumentation eines Fachforums Impulse zur Rolle des kommunalen Bildungsmanagements bei der Vernetzung und Qualitätsentwicklung im Ganztag.
 

Anregende Lernorte – starke Bildung

Kinder profitieren von Lernumgebungen, die Zusammenarbeit, Beteiligung und vielfältige Bildungsorte miteinander verbinden. Unsere neue Handreichung gibt Impulse, wie Kommunen diese Qualität weiterentwickeln können.

Kinder lernen überall – im Unterricht, im Hort, auf dem Schulhof, im Sportverein, in der Bibliothek oder beim gemeinsamen Entdecken ihres Sozialraums. Gute Bildung entsteht deshalb nicht an einem einzelnen Ort und auch nicht durch das Handeln einer einzelnen Institution. Sie entwickelt sich dort, wo unterschiedliche Lernorte und Akteure zusammenwirken und Kindern verlässliche, anregende und beteiligungsorientierte Lernumgebungen bieten.

Diese Perspektive gewinnt gerade für die ganztägige Bildung zunehmend an Bedeutung. Denn je enger Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Kultur, Sport, Verwaltung und weitere Partner zusammenarbeiten, desto besser gelingt es, Bildungsangebote miteinander zu verbinden und Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Förderliche Lernumgebungen sind daher nicht nur eine pädagogische Aufgabe – sie sind Ausdruck einer gemeinsam gestalteten kommunalen Bildungslandschaft.

Mit der neuen Handreichung „Förderliche Lernumgebungen“ greift die REAB Mitteldeutschland diese Fragestellung auf. Sie richtet sich an Akteurinnen und Akteure des kommunalen Bildungsmanagements ebenso wie an Verantwortliche aus Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Verwaltung und angrenzenden Bereichen, die Bildungsqualität gemeinsam weiterentwickeln möchten.

Die Handreichung lädt dazu ein, Lernumgebungen ganzheitlich zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Räume oder Ausstattungsmerkmale, sondern das Zusammenspiel von räumlichen, sozialen, zeitlichen und organisatorischen Bedingungen. Wie erleben Kinder ihren Bildungsalltag? Wo finden sie Möglichkeiten zur Beteiligung? Wie gelingen Übergänge zwischen verschiedenen Lernorten? Welche Kooperationen tragen dazu bei, dass Bildungsangebote aufeinander aufbauen und sich sinnvoll ergänzen? Solche Fragen bilden den Ausgangspunkt für die gemeinsame Qualitätsentwicklung.

Dabei versteht die Handreichung Qualitätsentwicklung als einen kontinuierlichen Prozess. Sie unterstützt Kommunen und ihre Partner dabei, bestehende Lernumgebungen gemeinsam zu analysieren, Entwicklungspotenziale zu erkennen und Veränderungsprozesse systematisch zu gestalten. Fachliche Impulse, Leitfragen und Praxisbeispiele regen dazu an, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und konkrete Schritte für die Weiterentwicklung der eigenen Bildungslandschaft abzuleiten. 

Gerade hier kommt dem kommunalen Bildungsmanagement eine zentrale Rolle zu. Es schafft Räume für Austausch, bringt unterschiedliche Akteurinnen und Akteure miteinander ins Gespräch und unterstützt dabei, gemeinsame Ziele und ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu entwickeln. Wo Vernetzung gelingt, entstehen tragfähige Kooperationen – und damit die Grundlage für Bildungsangebote, die Kinder in den Mittelpunkt stellen und über institutionelle Grenzen hinausdenken.

Wie diese Zusammenarbeit gelingen kann, war auch Thema des DJI-Fachtags „Ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter aus Perspektive der Wissenschaft − Erkenntnisse, Wissenslücken und Herausforderungen“ im März 2026. Das dort vom Fachnetzwerk kommunales Bildungsmanagement durchgeführte Fachforum zur Rolle des kommunalen Bildungsmanagements bei der Ganztagsentwicklung zeigte, dass diese wesentlich von gelingender Vernetzung, abgestimmten Steuerungsstrukturen und einer gemeinsamen Verantwortung der beteiligten Akteure abhängt.

Die Dokumentation des Fachforums ergänzt die neue Handreichung um Impulse aus Wissenschaft und Praxis. Sie zeigt anhand fachlicher Beiträge und Diskussionen auf, wie Kommunen Kooperationen stärken, Bildungsakteure vernetzen und nachhaltige Qualitätsentwicklungsprozesse anstoßen können. Qualität entsteht dort, wo Menschen, Institutionen und Ideen zusammenkommen – und gemeinsam Verantwortung für gute Bildung übernehmen.

Kontakt

Tina Wiesner, Stellv. Leitung

Tel.: 0345-68178101 E-Mail: twiesner@dji.de

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Handreichung

Förderliche Lernumgebungen entstehen im Zusammenspiel von Raum und Pädagogik: Erst wenn bauliche Maßnahmen, Möblierung und Nutzungskonzepte eng mit der schulischen Entwicklungsarbeit verzahnt sind, wird aus der Raumgestaltung ein Schulentwicklungsprozess. Wie das gelingen kann, zeigt unsere Handreichung. Sie steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Dokumentation

Die Dokumentation des Fachforums 3 des DJI-Fachtags „Ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter aus Perspektive der Wissenschaft − Erkenntnisse, Wissenslücken und Herausforderungen“ ergänzt die neue Handreichung um Impulse aus Wissenschaft und Praxis. Sie zeigt, wie Kommunen Kooperationen stärken, Bildungsakteure vernetzen und nachhaltige Qualitätsentwicklungsprozesse anstoßen können.

KiBS-Studie

Wie kann Ganztagsbetreuung wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt werden? Dieser Frage widmete sich der DJI-Fachtag „Ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter aus Perspektive der Wissenschaft − Erkenntnisse, Wissenslücken und Herausforderungen“ sowie die Veranstaltungsreihe „Ganztägige Bildung und Betreuung im Fokus der Wissenschaft“ des DJI. Die Präsentationen sind online abrufbar.