Offener Austausch

3. Mitteldeutsches Vernetzungstreffen Bildungsmanagement

Am 24. März 2026 hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beim 3. Mitteldeutschen Vernetzungstreffen wieder Gelegenheit, ihre Themen einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze zu drängenden Bildungsfragen zu diskutieren. Die Stimmung war kollegial und anregend.

Offener Austausch in Halle

Auch das 3. Mitteldeutsche Vernetzungstreffen bot wieder Gelegenheit für anregende Gespräche, wohin sich die Bildungslandschaften vor Ort entwickeln können und sollten. 

Teilnehmende aus Sachsen-Anhalt und Thüringen – und zwar aus den Städten Magdeburg, Halle und Jena sowie aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Börde, Mansfeld-Südharz und Wittenberg – trafen sich in den Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. Es handelte sich vor allem um Personal aus dem Bildungsmanagement und -monitoring, aber auch aus den Bereichen Sozialplanung, zum Teil auch in leitender Position von Abteilungen und Ämtern für Bildung, für Fachkräftesicherung oder für Sozialplanung.

Moderator Alexander Lorenz, Kommunalberater für Thüringen im Team der REAB Mitteldeutschland, eröffnete die Veranstaltung nach der Begrüßung durch die Leitung der REAB Mitteldeutschland, Jenny Richter. In einer strukturierten Vorstellungsrunde umrissen die Teilnehmenden das eigene Arbeitsfeld und die aktuell behandelten Themen und Anliegen im Bildungsmanagement. Die benannten Themen und Herausforderungen wurden dann in Austauschsessions vertieft diskutiert. 

Was treibt die Kommunen gerade besonders um?

Erwartungsgemäß ergab sich ein breites Spektrum an Themen, die die Kommunen in Mitteldeutschland aktuell beschäftigen. Die Teilnehmenden brachten einerseits klassische Themen ein wie Fachkräftesicherung, Bildungsmonitoring, die Gestaltung des Übergangs von der Grundschule zur Sekundarstufe oder auch den Aufbau einer integrierten Sozialplanung. 

Einen großen Raum nahm das Thema Wirkungsorientierung ein. Dabei ging es den Teilnehmenden zum einen um die Frage, wie Wirkungsorientierung bereits bei der Entwicklung von Zielen und Maßnahmen im Bildungsmanagement mitgedacht werden kann. Zum anderen betonten die Teilnehmenden das damit verbundene Anliegen, den Mehrwert ihrer Arbeit besser nach außen hin sichtbar zu machen. Mit diesem letztgenannten Anliegen stand ein weiteres Thema in Zusammenhang: Viele Kommunen treibt die Frage der Verstetigung von Projekten und der zugehörigen Stellen um. Um dies innerhalb der Verwaltung umzusetzen, brauche es Überzeugungsarbeit. Können Wirkungen der Projektmaßnahmen sichtbar gemacht werden, sei eine wichtige Grundlage für eine solche Überzeugungsarbeit geschaffen.

Schließlich wurde auch das Thema Schulabsentismus eingebracht – eine komplexe Herausforderung, die die Kommunen schon lange umtreibt.

Welche Ansätze und Ideen aus den Kommunen waren besonders anregend?

Die Austauschsessions fanden vor und nach der Mittagspause statt. Dort besprachen die Teilnehmenden in kleinen Gruppen die Themen ihrer Wahl, tauschten Ideen aus und diskutierten Lösungsansätze zu den bestehenden Herausforderungen. 

Zum Thema Schulabsentismus gäbe es zum Beispiel bereits fachliche Empfehlungen zum Umgang mit Schuldistanz, wie beispielsweise vonseiten des Landes Thüringen. Hier finden sich gute Anhaltspunkte, um das Problem anzupacken. Daneben, so die Teilnehmenden an dieser Session, brauche es im besten Falle ein kommunales Projekt, das hartnäckige Schulverweigernde auffängt und wieder ans Schulleben heranführt, sowie eine gute Datenbasis, um das Ausmaß der Schulabstinenz und im weiteren Verlauf Erfolge von Maßnahmen beobachten zu können. 

In der Session zur Frage der Wirkungsorientierung wurde intensiv darüber diskutiert, wie Überlegungen zu Wirkungen, Wirkungsorientierung und Wirkmodellen die Arbeit im kommunalen Bildungsmanagement in verschiedenen Phasen bereichern können – und welche Grenzen es dabei gibt. Überlegungen zu – intendierten und nicht-intendierten – Wirkungen sollten demnach am Anfang von Projekten festgehalten werden, um im Verlauf messen zu können, inwiefern sie tatsächlich eingetreten sind. Wirkungsannahmen können darüber hinaus als Reflexionsinstrument der eigenen Arbeit dienen. An dieser Stelle wurde auch darüber diskutiert, Wirkungsannahmen, die mit der Arbeit im kommunalen Bildungsmanagement implizit und explizit verbunden sind, in einem Wirkmodell sichtbar zu machen. 

Schließlich besprachen die Teilnehmenden, wie wirkungsorientierte Herangehensweisen als Kommunikationsinstrument genutzt werden können, und brachten Ideen ein, um Möglichkeiten, Grenzen und Erfolge sichtbar zu machen. Kritisch diskutiert wurde die Messbarkeit von Wirkungen im Bildungsbereich, in dem sich Erfolge von Maßnahmen eher langfristig und in Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen oder lebensweltlichen Erfahrungen einstellen. Dementsprechend sei es wichtig dort, wo Wirkungen nicht mittels Kennzahlen analysiert werden können, qualitative Beschreibungen und Einschätzungen einzubeziehen.

Auch das 3. Mitteldeutsche Netzwerktreffen empfanden die teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mitteldeutschen Kommunalverwaltungen als anregend und hilfreich. Die REAB Mitteldeutschland lädt im August 2026 zum nächsten Treffen ein. 

Kontakt

Tina Wiesner, Stellv. Leitung

Tel.: 0345-68178101 E-Mail: twiesner@dji.de