Im Rahmen des Förderprogramms „Bildungskommunen“ arbeiten Kommunen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an der Weiterentwicklung ihrer Bildungslandschaften. In unserer Reihe „Update Bildungskommunen“ sprechen Mitarbeitende über den aktuellen Stand des Projektes, veränderte Rahmenbedingungen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen. Im folgenden Interview geben Irene Koch, Bildungsmanagerin der Stadt Magdeburg, sowie Julian Hoischen, Bildungsmonitorer der Stadt Magdeburg, einen Einblick.
Von links nach rechts: Julian Hoischen (Bildungsmonitoring), Dr. Dorothea Trebesius (Leiterin des Teams Bildung und Wissenschaft) und Irene Koch (Bildungsmanagement).

Was konnten Sie seit dem Start des Programms bereits umsetzen? Welche Entwicklungen sehen Sie in Ihrer Bildungslandschaft?
Seit dem Start des Programms – insbesondere seit der Einstellung der Mitarbeitenden im Oktober bzw. Dezember 2023 – konnten wir bereits mehrere wichtige Meilensteine erreichen:
Die Bildungslandschaft reagierte sehr positiv auf das Leitbild, und viele Akteure arbeiten bereits aktiv damit. Innerhalb der Verwaltung wird das Bildungsbüro zunehmend sichtbarer und als Ansprechpartner wahrgenommen. Zudem konnten stabile Netzwerke aufgebaut werden.
Was hat sich innerhalb der Projektzeit verändert? Mussten Ziele oder Maßnahmen angepasst werden?
Grundsätzlich mussten bisher keine wesentlichen Ziele verändert werden. Allerdings hat sich die Arbeit im Querschnitt teilweise erschwert, da es aufgrund der angespannten Haushaltslage in einigen Bereichen zu Personalengpässen kommt. Geplant waren ursprünglich auch einige Erklärvideos, die jedoch durch die schnelle technologische Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz mittlerweile innerhalb der Stadtverwaltung eigenständig umgesetzt werden konnten.
Wie ist das Projekt derzeit aufgestellt?
Das Projektteam („Bildungsbüro“) besteht aus einer Bildungsmanagerin (Irene Koch, Anm. der Red.) und einem Bildungsmonitorer (Julian Hoischen, Anm. der Red.). Es ist im Büro der Oberbürgermeisterin, Team Bildung und Wissenschaft, angesiedelt. Dadurch bestehen enge Schnittstellen zu den Themen Wissenschaft, zu wissenschaftlichen Einrichtungen und der MINT-Bildung. Zu Beginn des Jahres 2025 kam es nach rund einem Jahr zu einer personellen Veränderung im Team; seitdem ist Bildungsmonitorer Julian Hoischen Teil des Bildungsbüros.
Wichtige Themen in der Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sind der Übergang Kita–Grundschule sowie der Übergang Schule–Beruf. Hier werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, etwa Elternratgeber, die Schuleingangsuntersuchung sowie Ansätze zum schulischen Lernen in der Praxis. Ergänzend spielt auch das Thema BNE eine zentrale Rolle, das durch Vernetzung weiter gestärkt werden soll. Darüber hinaus wird der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule stärker in den Blick genommen.
Was ist die größte Herausforderung bei der Projektumsetzung?
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Zusammenarbeit im Querschnitt effizient und gewinnbringend zu gestalten. Dies betrifft sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung als auch mit externen Akteuren, die diese Form der kooperativen Arbeit nicht immer gewohnt sind.
Hier sind Geduld sowie eine klare Kommunikation der eigenen Ziele und Rollen erforderlich. Innerhalb der Verwaltung gilt es weiterhin, mehr Commitment für das Thema datenbasiertes Bildungsmanagement zu schaffen. Auch die Frage, wie Themen wirksam gesteuert und in gemeinsame Maßnahmen überführt werden können, ist noch nicht abschließend geklärt. Daran wird aktuell gearbeitet – unter anderem im Kontext der Umsetzung des Bildungsleitbildes sowie der Weiterentwicklung einer möglichen Steuerungsgruppe Bildung.
Woran arbeiten Sie aktuell? Was sind die nächsten Ziele oder Meilensteine?
Der „Faktencheck Bildung“ soll als zentrales Produkt des Bildungsmonitorings weiter etabliert und stärker in der Bildungslandschaft verankert werden.
Aktuell wird zudem geprüft, inwieweit das Thema „Bildung und Sozialraum“ sinnvoll für die kommunale Bildungslandschaft aufbereitet werden kann. Ziel ist hierbei insbesondere eine engere Zusammenarbeit mit der integrierten Sozialplanung, um Herausforderungen im Bildungsbereich stärker multiperspektivisch zu betrachten.
Für den Herbst ist außerdem eine Bildungskonferenz zum Thema Medienkompetenz geplant. Parallel dazu werden verschiedene Produkte für den Schulbereich weiterentwickelt und die Umsetzung des Bildungsleitbildes in konkrete Maßnahmen vorangetrieben. Um die aufgebauten Strukturen und Ergebnisse langfristig zu sichern, strebt die Stadt zudem eine Verlängerung der Projektfinanzierung über das Jahr 2027 hinaus an.

Das Interview führte Norbert Blauig-Schaaf, Komunalberatung Sachsen-Anhalt.