Rückblick Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026

Rund 500 Akteure aus Kommunen, Politik und Fachwissenschaft aus ganz Deutschland kamen am 16. und 17. Juni 2026 in Berlin zusammen, um darüber zu sprechen, wie Bildungsgerechtigkeit vor Ort vorangebracht werden kann. Aufhänger war die Erklärung „Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften“, die die Bedeutung der Kommune für gelingende Bildung betonte. Impulse rund um die Themen Inklusion, Medienkompetenz, psychische Gesundheit und Wirkung boten eine Vielfalt an Ansätzen.

Markt der Möglichkeiten

Die Bundeskonferenz bot viel Raum für den Austausch über Bildungsgerechtigkeit, kommunale Herausforderungen und gute Praxis.

Wie gelingt Bildungsgerechtigkeit vor Ort? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026, zu der sich Mitte Juni rund 500 Fach- und Führungskräfte aus Kommunen, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in Berlin trafen. Die Konferenz machte deutlich: Gute Bildung entsteht nicht in einzelnen Institutionen, sondern dort, wo Kommunen gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern Verantwortung übernehmen und Bildungslandschaften aktiv gestalten.

Inhaltlicher Ausgangspunkt war die Erklärung „Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften“, die in Abstimmung mit Bund, Länder und Kommunen entstanden ist. Hier wird betont, dass Kommunen eine Schlüsselrolle dabei spielen, Bildungsangebote vor Ort über Ressort- und Institutionsgrenzen hinweg zu vernetzen und gemeinsam mit ihren Partnern tragfähige Strukturen für gelingende Bildungsbiografien zu schaffen. Dafür brauche es, so der Tenor auch der Podiumsdiskussion zum Thema, einen kooperativen Föderalismus. Denn Bund und Länder setzen die Rahmenbedingungen für Bildungsprozesse, die vor Ort stattfinden.

Impulse der REAB Mitteldeutschland

Nach zwei Keynotes, in denen die Herausforderungen rund um Bildungsgerechtigkeit aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet wurden, boten 12 Fishbowls die Möglichkeit, zu verschiedenen Themen – etwa Inklusion, Armutsprävention, Medienkompetenz – in einen praxisbezogenen Austausch zu treten.

Gemeinsam mit dem Burgenlandkreis gestaltete Norbert Blauig-Schaaf, Kommunalberater der REAB Mitteldeutschland, eine Fishbowl zum Thema psychische Gesundheit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kommunen junge Menschen stärken und gemeinsam mit Schulen, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und weiteren Akteurinnen und Akteuren verlässliche Unterstützungsstrukturen schaffen können. Die Diskussion zeigte eindrucksvoll, dass psychische Gesundheit längst ein zentrales Thema kommunaler Bildungslandschaften ist und nur gemeinsam bearbeitet werden kann.

Auf dem Markt der Möglichkeiten luden wir gemeinsam mit der REAB Brandenburg zu einem Quiz über die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein. Mit einem Augenzwinkern kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher mit uns ins Gespräch – über regionale Besonderheiten ebenso wie über die Chancen und Herausforderungen kommunalen Bildungsmanagements.

Neue Perspektiven mitnehmen

Die Beiträge der REAB Mitteldeutschland machten nur einen kleinen Teil der Bundeskonferenz aus. Keynotes, Fishbowls, verschiedene Stände auf dem Markt der Möglichkeiten und die Fokussessions am zweiten Konferenztag boten den Teilnehmenden zahlreiche Einblicke in verschiedenste Themenfelder rund um kommunale Bildung.

Beeindruckend war beispielsweise die Fishbowl „Wie können Kommunen gute Bedingungen für inklusive Ganztagsbildung schaffen?“. Hier wurde einmal mehr deutlich, dass der Ausbau des Ganztags weit mehr ist als die Organisation von mehr Betreuungsplätzen. Um individuelle Förder- und Unterstützungsbedarfe gut decken zu können, braucht es Partizipation – von Kindern und Eltern, die am besten wissen, was sie benötigen – und tragfähige Kooperationen zwischen Schulen, Jugend- und Eingliederungshilfe, freien Trägern und weiteren Partnern – denn diese wissen, welche Angebote es gibt und wie neue Angebote entwickelt werden können. Das kommunale Bildungsmanagement wiederum kann diese Zusammenarbeit aktiv gestalten und moderieren sowie bei der Etablierung von Beteiligungsformaten unterstützen.

Das Thema Wirkung und Effizienz war mit einem Mind Opener am zweiten Konferenztag und der Fokus-Session „Mehr als gute Absichten – Wirkungsorientierte Steuerung als Instrument für mehr Bildungsgerechtigkeit“ sehr prominent gesetzt. Der Mind Opener einer Bildungsökonomin bot einen ungewohnten Blick auf kommunale Bildungsarbeit. Im Mittelpunkt standen vor allem Fragen nach Investitionen, Wirkung und gesellschaftlicher Rendite von Bildungsmaßnahmen. 

Diese Perspektive wirkte für das Publikum an einigen Stellen irritierend, da sie mitunter weit von den Realitäten in Bildungssettings mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen entfernt schien. Gleichzeitig verdeutlichte der Impuls, dass eine systematische Auseinandersetzung mit Wirkungsannahmen und Wirkungsmodellen unverzichtbar ist – sowohl, um den Mehrwert unserer Arbeit sichtbar und nachvollziehbar zu machen, als auch, um blinde Flecken, nicht intendierte Wirkungen und Entwicklungspotenziale zu identifizieren.

In der Fokussession stand die Frage im Mittelpunkt, wie Kommunen ihre Ziele gemeinsam entwickeln, Fortschritte sichtbar machen und Entscheidungen stärker an ihrer Wirkung orientieren können. Besonders spannend war die Diskussion darüber, wie Daten nicht zum Selbstzweck werden, sondern helfen können, Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.

Unser Fazit

Die Bundeskonferenz hat gezeigt, dass kommunales Bildungsmanagement heute mehr denn je als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Die bereits oben benannte Erklärung bringt dies auf den Punkt: Bildungsgerechtigkeit entsteht dort, wo Kommunen gemeinsam mit Bildungseinrichtungen, Jugendhilfe, Zivilgesellschaft, Politik und weiteren Partnerinnen und Partnern Verantwortung übernehmen und Bildungslandschaften langfristig weiterentwickeln.

Viele der Diskussionen griffen diesen Gedanken auf – sei es beim Thema psychische Gesundheit, beim inklusiven Ganztag oder bei der wirkungsorientierten Steuerung. Sie machten deutlich, dass erfolgreiche Bildungslandschaften nicht durch einzelne Projekte entstehen, sondern durch verlässliche Kooperationen, gemeinsame Ziele und den Mut, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.

Die Bundeskonferenz war daher auch ein Ort des Austauschs, der Vernetzung und der gemeinsamen Verständigung darüber, wie Bildungsgerechtigkeit vor Ort gelingen kann. Mit vielen neuen Ideen, wertvollen Kontakten und bestärkt in unserem Selbstverständnis begleiten wir die Kommunen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter auf diesem Weg.

Kontakt

Tina Wiesner, Stellv. Leitung

Tel.: 0345-68178101 E-Mail: twiesner@dji.de

Mehr zum Thema

Erklärung

Anlässlich der Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 haben das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), die Länder und kommunale Spitzenverbände eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung kommunaler Bildungslandschaften auf den Weg gebracht.

Rückblick

Unter dem Titel „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort“ fand am 16. und 17. Juni 2026 die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Der Rückblick des Veranstalters ist nun online verfügbar.

Dokumentation

Mehr Informationen zum Programm der Bundeskonferenz finden Sie auf der Veranstaltungsseite Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 der Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement. Eine Dokumentation der Veranstaltung folgt in Kürze.