BNE in Mitteldeutschland – Erkenntnisse aus einem interkommunalen Austausch

Wo steht Ihre Kommune beim Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)? Was treibt Sie um, welche Fortschritte sehen Sie und wo sind die Herausforderungen? Zu diesen Fragen kamen am Montag, den 16. März, sieben Kommunen zum mitteldeutschen Austausch BNE zusammen.

Schwerpunktthema BNE

Für Kommunen in Mitteldeutschland besonders wichtig: Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker im Unterricht und in außerunterrichtlichen Angeboten verankern.

Zum mitteldeutschen Austausch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) kamen am 16. März sieben Kommunen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen. Vertreten waren sechs kreisfreie Städte und ein Landkreis. In zwei der Städte wird das Thema als Schwerpunkt im Rahmen des Bundesprogramms Bildungskommune bearbeitet. Unter den anderen Kommunen waren auch ehemalige Modellkommunen im Rahmen des BNE-Kompetenzzentrums „Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune“ (BiNaKom) dabei.

Der Wunsch nach einem Austausch zum Thema war beim zweiten Mitteldeutschen Vernetzungstreffen Bildungsmanagement im Herbst 2025 aufgekommen. Fragen zur strategischen Verankerung, zur Umsetzung, zum Monitoring und zum Einbezug bestimmter Akteursgruppen im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung wurden damals in einer der Austauschsessions diskutiert und verlangten nach einem separaten Treffen. Die REAB Mitteldeutschland bezog auch die Fachstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen (FABINEK) in die Veranstaltung ein, die thematische Expertise mit einem weitreichenden Überblick über bundesweite und regionale Austauschformate, Veranstaltungen und Wissenstransfer-Produkte, etwa Podcasts, verbindet.

Cornelia Leser, Kommunalberaterin der REAB Mitteldeutschland, führte durch die 90minütige Veranstaltung. In der ersten Austauschrunde ging es darum, die Kommunen mit ihren Anliegen und Erfahrungsberichten zu Wort kommen zu lassen. Es zeigte sich ein sehr unterschiedlicher Umsetzungsstand. In den Kommunen, die bereits BiNaKom-Modellkommunen gewesen waren, wurden vor allem die erfolgreich etablierten Vernetzungsformate aufrechterhalten. Dabei steht das Zusammenbringen von BNE-Akteuren im Mittelpunkt. In einigen Kommunen wurden im Rahmen dieser Vernetzung Kataloge mit Übersichten über BNE-Angebote vor Ort erstellt, die online zugänglich sind.

Auf strategischer Ebene wird das Thema nur in zwei Städten vorangetrieben. In einer wurde ein BNE-Stammtisch erfolgreich aufgebaut mit dem Ziel, Schulen und BNE-Angebotsträger zu vernetzen. Damit wurde frühzeitig auf sich abzeichnende Veränderungen in den Rahmenlehrplänen reagiert, die BNE stärker im Unterricht und in außerunterrichtlichen Angeboten verankert sehen wollen. Eine weitere strategische Frage war die nach dem Monitoring von BNE in Kommunen. Bisher gebe es nur wenige Kommunen, die sich damit überhaupt beschäftigen und die konkrete Umsetzung sei sehr verschieden. Zu dieser Frage gibt es bereits eine bundesweite Vernetzung.

Daran anknüpfend gab Dr. Maria Albrecht von der FABINEK einen Einblick in Veranstaltungen, Austauschformate sowie weitere Angebote der Fachstelle und darüber hinaus. Sie betonte den Mehrwert von interkommunaler Vernetzung und verwies dafür auf das Partnernetzwerk Kommune.

Insgesamt zeigte der mitteldeutsche Austausch BNE, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung in den meisten Kommunen zwar nicht obenauf liegt, von den Gestaltenden im kommunalen Bildungsmanagement aber weiterhin vorangetrieben wird. Wünschen würden sich einige dieser Mitarbeitenden mehr Unterstützung von politischen Entscheidungsträgern in ihrer Kommune. 

Neben dem inhaltlichen Austausch ging es am Ende darum, auszuloten, inwiefern in Ergänzung zu den bestehenden Austauschformaten eine mitteldeutsche Vernetzung zu Bildung für nachhaltige Entwicklung notwendig sei. Die teilnehmenden Kommunen verneinten dies, auch mit dem Hinweis auf das halbjährlich stattfindende Mitteldeutsche Vernetzungstreffen Bildungsmanagement. Dies sei ein guter Ort, um auch zum Thema BNE in den Austausch zu kommen.

Kontakt

Tina Wiesner, Stellv. Leitung

Tel.: 0345-68178101 E-Mail: twiesner@dji.de

Mehr zum Thema

BNE-Fachstelle

Die Fachstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen (FABINEK) ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Fachnetzwerks für kommunales Bildungsmanagement und orientiert sich an den Erkenntnissen des bereits abgeschlossenen Projektes BNE-Kompetenzzentrum (2020-2025).

Angebotskatalog

Die neu gestaltete Internetseite rund um das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung des Landkreises Wittenberg bietet einen zentralen Einstiegspunkt für alle, die sich mit dem Thema BNE auseinandersetzen möchten. Die Angebotsdatenbank des Landkreises stellt regionale BNE-Akteure der Region sowie deren vielfältigen Angebote vor.

Angebotskatalog

Der Angebotskatalog der Stadt Magdeburg bietet einen kompakten Überblick über vielfältige Bildungsangebote rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung – von Workshops und Projekten über Exkursionen bis hin zu langfristigen Kooperationen. Er richtet sich an Schulen und alle Interessierten, die BNE in ihren Lernalltag integrieren möchten. (Zu finden auf der Webseite unter Angebote.)