Bildung sichtbar machen –
der Veranstaltungskalender der Stadt Dessau-Roßlau

Am 2. Juni 2025 lud das Bildungsbüro der Stadt Dessau-Roßlau in die Villa Krötenhof ein, um den Bildungsakteuren vor Ort den neuen städtischen Veranstaltungskalender vorzustellen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bildungsangebote mithilfe der Plattform erfolgreich kommuniziert werden können. In einem Praxisteil der REAB-Mitteldeutschland wurde erprobt, wie sich sprachlich überzeugende Veranstaltungsankündigungen mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) effizient gestalten lassen. 

Künstliche Intelligenz im Test

In der Arbeitsphase zeigen sich die Teilnehmenden von der Schnelligkeit beeindruckt, mit der die KI erste Ergebnisse liefert.

„Die Sichtbarkeit der Bildungsangebote in der Stadt ist ein Thema, das uns alle beschäftigt“, sagt Dr. Agnė Tonkūnaitė-Thiemann, Leiterin des Bildungsbüros der Stadt Dessau-Roßlau, als sie die Gäste begrüßt. Wie werden wir besser wahrgenommen? Wie wecken wir das Interesse unserer Zielgruppe? Und wie schaffen wir es, dass Interessierte zu Teilnehmenden werden? Das seien zentrale Fragen, die für die Bildungsakteure vor Ort nicht immer leicht zu beantworten seien.

Mit dem neuen Veranstaltungskalender sei nun eine Plattform geschaffen worden, die mehr Transparenz und Übersichtlichkeit in die Vielzahl regionaler Veranstaltungen bringen soll – auch im Bildungsbereich, erklärt Rui Metzger-Liang vom IT-Referat der Stadt: „Wir haben darauf geachtet, dass die Angebote niedrigschwellig ohne großen Aufwand und spezielle Vorkenntnisse eingetragen werden können.“ Nach Freigabe durch die Pressestelle seien die Veranstaltungen dann öffentlich sichtbar – mit Text und Bild. Der Kalender ist als Serviceangebot in die städtische Website eingebunden und dort über die Startseite erreichbar.

Die anwesenden Bildungsakteure sehen in der neuen Plattform die Chance, ihre Angebote vor Ort im Sinne eines Bildungsportals stärker und effektiver zu bewerben. Das zeigt sich auch an den vielen praktischen Nachfragen, die in der Runde diskutiert werden: Was ist das beste Format für den Foto-Upload? Wie lang darf meine Überschrift sein? Welche Kontaktmöglichkeiten lassen sich in der Eingabemaske hinterlegen? Neben diesen technischen Punkten kamen auch inhaltliche und stilistische Aspekte zur Sprache – eine gute Überleitung zum Input von Denis Thürer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der REAB Mitteldeutschland.

Wie Angebote Interesse wecken

Was? An wen? Wie? Zu Beginn seines Vortrags wirbt Thürer dafür, sich vor dem Schreiben bewusst Zeit für konzeptionelle Überlegungen zu nehmen. Wer sich früh Gedanken über sein Angebot und dessen Mehrwert macht, könne gezielte und überzeugende Ankündigungen schreiben: „Zuerst muss das Angebot und sein Nutzen klar sein. Dann kommt die Zielgruppe: Wie tickt sie? Wie erreiche ich sie? Wie wecke ich ihr Interesse? Wenn beides steht, können wir über Kanäle und Botschaften nachdenken.“

Gerade bei Onlinetexten, die oft nur überflogen werden, sei es hilfreich, mit den wichtigsten Nutzenargumenten für die Zielgruppe direkt einzusteigen. „Fallen Sie mit der Tür ins Haus!“ Ein starker Einstieg, optische Anker und eine klare Struktur unterstützten die Leserschaft dabei, schnell das Wesentliche zu erfassen. Dazu zählen z. B. eine neugierig machende Überschrift, sinnvolle Absätze, Zwischenüberschriften, Stichpunkte und authentische Bildmotive. In ihrem durchdachten Zusammenspiel können diese Elemente wesentlich zum Erfolg einer Veranstaltungsankündigung beitragen. 

Wie gut eine Einladung schließlich ankommt, sei aber nicht allein eine Frage der Struktur. Auch der Stil spiele eine zentrale Rolle. „Mit einer aktiven Formulierung, lebendigen Verben, kurzen Sätzen und einer klaren, gehobenen Alltagssprache, die ohne Fremdwörter und Werbephrasen auskommt ist schon viel gewonnen“, sagt Thürer und macht anhand konkreter Textbeispiele deutlich, wie groß der Unterschied in der Wirkung sein kann.

Klarheit für die KI

„Ein Klick, zwei Sekunden warten, fertig ist die Veranstaltungsankündigung!“ In der Arbeitsphase angekommen, zeigen sich die Teilnehmenden beeindruckt von der Schnelligkeit, mit der die KI erste Ergebnisse liefert. Doch beim genaueren Lesen kommen Zweifel auf: Die Ankündigungen klingen zu blumig, zu werbend, zu oberflächlich – so der Tenor in der von Nora Herrmann, Kommunalberaterin im Team der REAB Mitteldeutschland, moderierten Runde. In der Diskussion wird deutlich: Die Qualität eines Textes hängt maßgeblich von den inhaltlichen und stilistischen Vorüberlegungen der Schreibenden ab. Wer sein Angebot kennt, eine Vorstellung von der Zielgruppe hat und weiß, mit welchen Inhalten und in welcher Tonalität er sie ansprechen möchte, kann gezielter formulieren – ob eigene Ankündigungen oder präzise Prompts für das Sprachmodell. 

Mit diesen Erkenntnissen ging es in die abschließende Testphase: Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, ihre Eingaben zu überarbeiten, neue Varianten auszuprobieren, um klarer und überzeugender zu schreiben und schreiben zu lassen.

Kontakt

Nora Herrmann, Kommunalberatung Sachsen-Anhalt

Tel.: 0341-99392313 E-Mail: nherrmann@dji.de